Rosazea behandeln: Was nach Jahren gegen rote Nase geholfen hat
Rote Nase, Hautrötungen und jahrzehntelang keine Gesichtspflege: Was wir bei Rosazea wirklich gelernt haben.
von Franzi| 26. Mai 2026 | Lesezeit ca. 13 Min.
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Wichtiger Hinweis: Ich bin Franzi, Bloggerin, keine Medizinerin. Was ich hier teile, sind meine persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen als Partnerin eines Rosazea-Betroffenen — kein medizinischer Rat und keine Behandlungsempfehlung. Bei Hautbeschwerden bitte immer zuerst eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen.
Oldenburg, Mitte Juli, kurz nach halb vier. Der Rasen war frisch gemäht, ich saß im Garten mit meinem Wasser, und mein Mann kam aus dem Schuppen. Er setzte sich mir gegenüber. Ich schaute kurz hoch.
Und dann schaute ich nochmal hin.
Seine Nase war so rot, dass ich einen Moment lang überlegte, ob er sich irgendwo verbrannt hatte. Pusteln auf dem Nasenrücken, gerötete Wangen. Zwanzig Minuten Gartenarbeit in der Sonne hatten gereicht.
Ich kenne Ernst seit 2013. Seine Nase kenne ich genauso lang. Irgendwann blendet man das aus. Ist halt so bei mir“, war Ernsts Standardsatz zu dem Thema. Seit der Pubertät. Seine Mutter hatte dasselbe. Eine Cousine von ihm auch. Also: Familie, Veranlagung, fertig.
Was mich an diesem Nachmittag beschäftigt hat: Ich schreibe seit Jahren über Ernährung und Entzündungen. Über Darmgesundheit und ihre Auswirkungen auf den Körper. Rosazea ist, soweit ich das inzwischen verstanden habe, ein entzündliches Hautgeschehen – und ich saß da und hatte das bei meinem eigenen Mann nie wirklich ernst genommen.
Dabei hatte Ernst schon einiges hinter sich. Mehrere Versuche beim Hautarzt, verschiedene Medikamente, jedes Mal Hoffnung, nicht immer Erfolg. Beim letzten Anlauf hatte der Arzt endlich etwas gefunden, das hilft und das er verträgt. Und jetzt hat er zusätzlich noch mal mit neuen Produkten angefangen — auf mein Betreiben hin. Vorher hatte er außer Wasser und gelegentlichem Duschgel nie etwas ans Gesicht gelassen. Kein Produkt, keine Creme, kein Serum. Nie.
Ich bin Franzi (alias Irene), 64 Jahre alt, Bloggerin aus Oldenburg. Ich schreibe hier auf, was ich in den letzten Monaten gelernt habe – und was aus der feuerroten Nase geworden ist.
Rosazea behandeln: Was ich in dieser Nacht gelesen habe — und warum mich das überrascht hat
Ich habe mich an jenem Abend ans Laptop gesetzt und angefangen zu lesen. Nicht irgendein Forum, sondern Fachliteratur und Zusammenfassungen aus Forschungsartikeln. Was mich überrascht hat: Rosazea ist keine einfache Hautrötung, die man halt hat. Laut dem, was ich gelesen habe, handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung mit einer eigenen Immunologie.
Konkret stieß ich auf Folgendes: Die Haut von Rosazea-Betroffenen produziert laut Forschung ein antimikrobielles Peptid namens Cathelicidin, das eigentlich schützend sein soll. Bei Rosazea wird es durch ein körpereigenes Enzym in eine aggressivere Form umgewandelt – und diese Form löst Entzündungen aus, statt sie zu verhindern. UV-Strahlung soll diesen Prozess zusätzlich ankurbeln. Das würde erklären, warum Ernsts Nase nach zwanzig Minuten Gartenarbeit aussieht wie ein Stoppschild.
Studie im Blick
Yamasaki K & Gallo RL (2009): Cathelicidine und Hautimmunität bei Rosazea
Ergebnis laut Studie: Das antimikrobielle Peptid Cathelicidin (LL-37) liegt bei Rosazea-Betroffenen in einer veränderten Form vor, die stark erhöhte Entzündungsreaktionen in der Gesichtshaut auslöst. Was eigentlich schützen soll, wird zur Entzündungsquelle.
Journal of Investigative Dermatology Symposium Proceedings, 14(1), 12-17. PMID: 19375521
Ich habe das Ernst am nächsten Morgen gezeigt. Er hat es gelesen und genickt. „Na gut. Dann ist das wenigstens keine Einbildung.“ Das war sein Einstieg in das Thema.
„Meine Mutter hatte das auch“, sagte Ernst irgendwann beim Abendessen. „Sie hat es abgedeckt – und fertig- es war einfach ihr Gesicht.“ Pause. „Bei mir ist das auch einfach mein Gesicht.“ Ich habe ihn angeschaut und gedacht: Das muss nicht so sein. Das ist eine Erkrankung, die man angehen kann. Und dass wir das zwölf Jahre lang nicht getan haben — das hat mich wirklich beschäftigt.
Rosazea behandeln: Was mir eine Dermatologin erklärt hat
Ich habe eine Dermatologin angerufen, die ich von früher kenne und die seit langer Zeit in Oldenburg praktiziert. Ich wollte verstehen, warum Rosazea so schwer zu greifen ist — warum manche Betroffene jahrzehntelang damit leben, ohne einen funktionierenden Ansatz zu finden.
Sie erklärte mir das mit einem Bild, das sofort saß: „Die Reizschwelle der Haut ist bei Rosazea sehr niedrig eingestellt. Die Blutgefäße im Gesicht reagieren auf Auslöser, die bei anderen Menschen gar nichts auslösen würden — ein bisschen Sonne, ein Glas Wein, ein stressiges Gespräch. Das Immunsystem schickt sofort Verstärkung, und wir sehen das als Rötung und Entzündung. Was bei einem Patienten wirkt, muss bei einem anderen überhaupt nicht funktionieren. Deshalb braucht es manchmal mehrere Versuche.“
Sie erklärte mir außerdem — und das wusste ich bis dahin nicht — dass Rosazea und Akne trotz ähnlichem Aussehen durch verschiedene Mechanismen entstehen. Wer Rosazea mit klassischen Akneprodukten angeht, also mit austrocknenden, aggressiven Wirkstoffen, kann die Haut zusätzlich reizen. Das hatten wir auch probiert. Es hat nicht geholfen.
Rosazea Ursachen: Was ich in der Forschung gefunden habe – und was mich nachdenklich gemacht hat
„Weniger Alkohol und nicht so viel Sonne“ — das ist die Standardantwort, die man nach zehn Minuten Recherche kennt. Mein Mann trinkt maximal 2- 3 Mal in der Woche ein Glas Wein- mehr nicht. Die Antwort ist nicht falsch, aber ungefähr so hilfreich wie „trink mehr Wasser“ beim Arzt. Sonne lässt sich nicht vermeiden, wir lieben den Süden Europas und reisen viel. Ich wollte verstehen, was dahintersteckt. Drei Ebenen der Ursachen sind mir beim Lesen immer wieder begegnet.
Rosazea Ursachen Nr. 1: Das Immunsystem, das nicht abschaltet
Das Cathelicidin-Thema habe ich oben schon angesprochen. Was mich daran zusätzlich beschäftigt hat: UV-Strahlung soll laut Forschung nicht nur ein Auslöser von außen sein, sondern die Produktion dieses Peptids in der Haut aktiv erhöhen. Mehr Sonne könnte also mehr Entzündung bedeuten — direkt über diesen Weg.
Dazu kommt: In dem, was ich gelesen habe, spielen auch emotionaler Stress, Hitze und scharfe Gewürze eine Rolle, weil sie ähnliche Signalwege aktivieren sollen. Ernst hatte nach belastenden Telefonaten manchmal eine gerötete Nase, obwohl er stundenlang drinnen gesessen hatte. Ob das zusammenhängt, weiß ich nicht – aber es hat mich nachdenklich gemacht.
Studie im Blick
Steinhoff M, Schauber J, Leyden JJ (2013): Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie der Rosazea
Ergebnis laut Studie: Neurogene, vaskuläre und immunologische Faktoren wirken bei Rosazea zusammen. Die Wechselwirkung zwischen Hautnerven und Immunzellen spielt eine zentrale Rolle — was erklären würde, warum auch Stress und Hitze Schübe auslösen können.
Journal of the American Academy of Dermatology, 69(6 Suppl 1), S15-26. PMID: 24229632
Rosazea Ursachen Nr. 2: Was der Darm damit zu tun haben könnte
Das war der Punkt in meiner Recherche, an dem ich kurz aufgehört habe zu atmen. Ich schreibe über Darmgesundheit. Was mir bei Blähbauch ab 50 im Alltag wirklich geholfen hat
Über Verbindungen zwischen Darm und systemischen Entzündungen. Und ich hatte das bei Ernst nie zusammengeführt.
Was ich in verschiedenen Artikeln gelesen habe: Forscher sprechen von einer sogenannten Darm-Haut-Achse. Ein Darmmikrobiom aus dem Gleichgewicht soll die allgemeine Entzündungsbereitschaft des Körpers erhöhen können — und diese Entzündung sucht sich dann Wege nach außen. Bei Menschen mit Rosazea-Veranlagung, so die Theorie, zeigt sie sich bevorzugt im Gesicht. In manchen Studien fand sich bei Rosazea-Betroffenen häufiger der Magenkeim Helicobacter pylori. Ob das ein ursächlicher Zusammenhang ist oder eine Begleiterscheinung, dazu gibt es wohl keine endgültige Antwort – ich bin da keine Expertin und kann das nicht beurteilen.
Ich fragte Ernst: Blähungen manchmal? Unruhiger Magen? Er schaute mich an wie jemanden, der eine merkwürdige Frage stellt. „Weißt du doch, manchmal. Hat doch jeder.“ Vielleicht. Wir haben trotzdem angefangen, mehr fermentierte Lebensmittel einzubauen. Wegen des Darms -nicht wegen irgendeines Trends.
Rosazea Ursachen Nr. 3: Wenn die Veranlagung auf ungünstige Gewohnheiten trifft
Ernsts Mutter und ihr Vater hatten dieselbe rote Nase. Eine Cousine von ihm auch, wenn auch milder. Dass Rosazea eine genetische Komponente hat, ist laut allem, was ich gelesen habe, gut belegt – wer enge Verwandte mit dieser Erkrankung hat, trägt selbst ein erhöhtes Risiko. Das ist keine Einbildung, das ist Biologie.
Was mir dabei einleuchtete: Die Gene schaffen die Ausgangslage, aber sie bestimmen nicht alles. Was man dieser Veranlagung täglich serviert, spielt eine Rolle. Kaum Sonnenschutz, keine Gesichtspflege, Rotwein und Essen mit Chili ab und zu- das ist für Rosazea-empfindliche Haut möglicherweise kein gutes Umfeld. Keine Schuldzuweisung, das war einfach Ernsts Alltag, wie er ihn kannte.
Studie im Blick
van Zuuren EJ et al. (2019): Interventionen bei Rosazea nach dem Phänotyp-Ansatz
Ergebnis laut Studie: Eine auf den individuellen Phänotyp abgestimmte Kombinationstherapie erzielte signifikant bessere Ergebnisse als Einzelmaßnahmen allein. Wer auf mehreren Ebenen gleichzeitig ansetzt, scheint die besseren Chancen zu haben.
British Journal of Dermatology, 181(4), 65-79. PMID: 31099394
Was ich aus meiner Recherche mitgenommen habe
✓ Rosazea hat laut Forschung immunologische, neurogene und vaskuläre Ursachen — sie steckt tiefer als die Hautoberfläche.
✓ Der Darm könnte eine Rolle spielen — die Verbindung zwischen Darmgesundheit und Hautentzündungen ist ein aktives Forschungsfeld.
✓ Gene geben die Veranlagung vor — was man täglich damit macht, scheint das Ausmaß zu beeinflussen.
Das Haut-Balance-Protokoll: Was wir Schritt für Schritt ausprobiert haben
Mein Mann hat es so getauft — klingt offizieller, sagt er, hilft ihm, es als System zu sehen. Wir haben die Schritte nacheinander eingeführt, immer einen pro Woche. So konnten wir halbwegs nachvollziehen, was eine Wirkung hatte. Ich durfte sein „Coach“ sein- Frauen kennen sich ja besser mit Gesichtspflege aus :-).
Trigger-Tagebuch anlegen
Zwei Wochen lang hat Ernst aufgeschrieben, wann die Haut schlechter wurde – Essen, Trinken, Stresssituationen, Wetter. Er fand das überflüssig. Dann tauchte Rotwein an 3 von vierzehn Abenden auf, immer mit Hautverschlechterung am nächsten Morgen. Den Zusammenhang hatte er nie gezogen.
Ernährung gezielt anpassen
Kein radikaler Verzicht, aber Rotwein, Chili und sehr heiße Getränke auf seltener gesetzt. Dafür fermentierte Lebensmittel eingebaut: Kefir zum Frühstück, Sauerkraut zum Mittagessen, gelegentlich Miso. Wegen der Darmgesundheit — nicht wegen eines Trends. Tut mir selbst ja auch sehr gut. Hitzewallungen lindern: Was mir nach 10 Jahren wirklich geholfen hat
Mineralischen Sonnenschutz finden – und täglich tragen
Ernsts bisheriges Problem mit Sonnencreme war das Gefühl, dass die Haut danach nicht mehr atmet – zu schwer, zu filmbildend. Wir haben verschiedene Formulierungen getestet, bis wir eine mineralische Variante gefunden haben, bei der er dieses Gefühl nicht hat. Mehr dazu gleich.
Eine Pflegeroutine aufbauen – zum ersten Mal überhaupt
Für jemanden, der jahrzehntelang mit Wasser und Duschgel ausgekommen ist, war das eine echte Umstellung. Wir haben klein angefangen: milde Reinigung abends, ein Serum, fertig. Keine zehn Schritte, keine zehn Produkte.
Azelainsäure-Serum abends
Azelainsäure taucht in der Rosazea-Forschung immer wieder auf. Ernst hat es abends angefangen, anfangs leicht kribbelig – das hat sich nach einigen Tagen gelegt. Das hilft nicht jedem, aber Ernst hat damit in Woche 4 begonnen und hat damit ein gutes Gefühl.
Ergänzende innere Behandlung
Parallel zur ärztlichen Therapie haben wir eine entzündungshemmende Kurpackung ergänzt, die laut Hersteller Talgproduktion und Rötungen unterstützt. Kein Ersatz für das, was der Hautarzt verschrieben hat – aber ein zusätzlicher Baustein, den wir ausprobiert haben.
Drei Monate konsequent dabei bleiben
Das Unspektakulärste und nach meiner Erfahrung das Entscheidendste. Wer nach zwei Wochen erwartet, dass alles anders ist, wird enttäuscht. Wer nach drei Monaten schaut, sieht -zumindest bei Ernst – einen Unterschied.
Rosazea behandeln: Die Produkte, die bei Ernst im Badezimmer geblieben sind
Wir haben einiges ausprobiert, das wieder verschwunden ist. Was ich hier vorstelle, steht noch dort – und wird noch benutzt. Mehr kann ich als Bloggerin ehrlich gesagt nicht garantieren.
Wirkstoff: Azelainsäure — was ich dazu gelesen habe
Azelainsäure ist eine natürlich vorkommende Dicarbonsäure, die laut Forschungsliteratur antibakteriell und entzündungshemmend wirkt und die Verhornung der Poren regulieren soll. Sie ist seit Jahrzehnten in der Dermatologie bekannt. Eine Cochrane-Auswertung aus 2019 zeigte nach zwölf Wochen Anwendung messbare Verbesserungen bei Rötung und Entzündungsläsionen. Ob sie bei jedem wirkt, kann ich nicht sagen — bei Ernst schien sie einen Beitrag zu leisten.
van Zuuren EJ et al. Cochrane Database Syst Rev. 2019. PMID: 31099394
Was wir ausprobiert haben: Innere Unterstützung
Ichthraletten Tabletten — sechs Wochen Kur
Ichthyol ist ein Wirkstoff, der laut Produktbeschreibung die Talgproduktion hemmt, antibakteriell wirkt und Entzündungsreaktionen in der Haut unterstützt. Ernst hat die Kur vollständig durchgezogen – 168 Tabletten über sechs Wochen, wie vorgesehen. Ab Woche drei hatte er das Gefühl, die Haut reagiere ruhiger. Ich habe es auch gesehen, ohne dass er mir etwas sagen musste. Ob das an den Tabletten lag, an den anderen Veränderungen oder an der Kombination aus allem, kann ich nicht sagen.
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Was wir ausprobiert haben: Äußere Pflege
VIGOROUS Azelainsäure Serum 10% — Ernsts erste Gesichtspflege
Zehn Prozent Azelainsäure kombiniert mit Hyaluron. Ernst trägt es abends auf, nach der milden Reinigung. Es zieht schnell ein, kein Fettfilm – für jemanden, der bis vor Kurzem außer Wasser nichts ans Gesicht gelassen hat, war das die entscheidende Bedingung. Ob das Serum allein einen Unterschied gemacht hätte, weiß ich nicht. Als Teil des Gesamtpakets hat es sich jedenfalls gehalten. Die 50 ml reichen bei täglicher Anwendung gut sechs bis acht Wochen.
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Was wir ausprobiert haben: Mineralischer Sonnenschutz
Clinique Mineral Sunscreen SPF 50 – der erste, den Ernst wirklich täglich trägt
Ernsts Kernproblem mit Sonnencreme war bisher das Gefühl, dass die Haut danach nicht mehr atmet – zu schwer, zu filmbildend. Mineralischer Sonnenschutz funktioniert grundsätzlich anders als chemischer: Zinkoxid sitzt auf der Hautoberfläche und reflektiert UV-Strahlen physikalisch, statt eine chemische Reaktion in der Haut auszulösen. Die Clinique-Formel ist leicht, zieht schnell ein und hinterlässt bei Ernst das Gefühl, das er von anderen Produkten nicht kannte: Er bemerkt sie kaum. Er trägt sie morgens. Das ist, nach jahrzehntelanger Geschichte zu diesem Thema, ein echter Fortschritt. LSF 50, täglich, auch bei bewölktem Himmel.
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Was ich gelesen habe: Hintergrundwissen
Rosacea: Die wahren Ursachen erkennen und Hautprobleme für immer beseitigen
Dieses Buch habe ich gelesen, bevor wir irgendetwas ausprobiert haben. Es erklärt, warum Rosazea kein reines Hautproblem ist, und gibt Hinweise, die deutlich über „weniger Sonne und weniger Alkohol“ hinausgehen. Für mich war es der Einstieg, der vieles erklärt hat. Ich bin keine Medizinerin und kann den Inhalt nicht fachlich beurteilen — aber als Orientierungslektüre hat es mir sehr geholfen, die richtigen Fragen zu stellen.
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Rosazea behandeln: Was sich Woche für Woche wirklich verändert hat
Ohne Schönfärberei. Berichte, in denen nach zwei Wochen alles strahlt, helfen niemandem weiter.
Woche 1 – das Tagebuch
Ernst schrieb auf, was er aß, trank und tat. Er fand das lästig. „Ich weiß doch selbst, was mir nicht bekommt.“ Dann tauchte Rotwein an drei von vierzehn Abenden auf, immer mit Hautverschlechterung am nächsten Morgen. Den Zusammenhang hatte er nie gezogen. Das war die erste echte Erkenntnis.
Woche 2 – erste Veränderungen
Rotwein gestrichen, Chili reduziert, kein kochend heißer Kaffee mehr morgens. Der Clinique Sonnenschutz kam täglich raus. Ernst trug ihn, ohne Kommentar. Das war, ehrlich gesagt, die größte Überraschung dieser Woche. Die Nase wirkte minimal ruhiger — noch kein Durchbruch, aber wahrnehmbar.
Woche 4 – die Kur läuft
Ichthraletten-Kur gestartet, Azelainsäure-Serum abends eingeführt. Ernst merkte, dass die Haut weniger ölig wirkte – sein eigener Kommentar, unaufgefordert. Pusteln kamen seltener. Die Rötung bei Sonne war noch da, aber die Ausschläge wurden milder.
Monat 2 – ein kleiner Beweis
Ernst holte den Sonnenschutz morgens aus dem Schrank, ohne dass ich ihn daran erinnert hatte. Das klingt nach wenig. Aber wer jemanden kennt, der jahrzehntelang keine Gesichtspflege gemacht hat, weiß: Wenn er es von selbst tut, hat er etwas gemerkt.
Monat 3 – der Moment im Garten
Anfang Oktober, ein unerwarteter Spätsommertag. Wir saßen wieder draußen, fast dieselbe Szene wie im Juli. Ernst kam vom Rasenmähen rein. Ich schaute ihn an. Seine Nase war – rosa. Nicht feuerrot wie früher. Einfach rosa, wie bei jemandem, dem die Sonne leicht zugesetzt hat. Er grinste. „Ich weiß, ich weiß.“ Ich sagte nichts. Fällt mir ja schwer 🙂
Mein persönliches Fazit: Was uns geholfen hat – und was nicht
Das sind meine persönlichen Beobachtungen als Partnerin und Bloggerin — kein medizinisches Urteil.
Was uns geholfen hat
✓ Arztbesuch als Grundlage — immer zuerst
✓ Mehrere Ebenen gleichzeitig angehen
✓ Mineralischer Sonnenschutz täglich
✓ Kleine, einfache Pflegeroutine
✓ Drei Monate konsequent dabei bleiben
Was uns nicht geholfen hat
✗ Auf schnelle Ergebnisse warten
✗ Akneprodukte – falsche Baustelle
✗ Trigger ignorieren und trotzdem Besserung erwarten
✗ Schwere, filmbildende Sonnencreme
✗ Viele Produkte statt wenige richtige
Was bei Ernst im Badezimmer geblieben ist
Kein Wundermittel — aber die Kombination, die für uns funktioniert hat.
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Häufige Fragen zu Rosazea – was ich dazu weiß
Kann man Rosazea behandeln oder bleibt sie für immer?
Das ist eine Frage, die ich am besten mit dem weiterleite, was meine Dermatologin mir erklärt hat: Rosazea gilt als chronische Erkrankung — heilen im Sinne von „für immer weg“ ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht das Ziel. Was viele Betroffene laut ihrer Einschätzung aber erreichen können, ist eine stabile Kontrolle der Symptome über lange Zeiträume. „In Remission“ wäre der treffendere Begriff als „geheilt“. Bei Ernst hat die Kombination aus ärztlicher Therapie und ergänzenden Maßnahmen dazu geführt, dass die Haut deutlich ruhiger ist als noch vor einem Jahr. Ob das dauerhaft so bleibt, werden wir sehen. Bitte sprich für eine belastbare Einschätzung immer mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen.
Welche Rosazea Ursachen kann man selbst beeinflussen?
Soweit ich das aus meiner Recherche verstanden habe, gehören zu den beeinflussbaren Rosazea Ursachen vor allem UV-Strahlung, Alkohol, sehr scharfe oder heiße Speisen und Getränke, Temperaturschwankungen, Stress und die Wahl der Pflegeprodukte. Wer ein paar Wochen lang ein Trigger-Tagebuch führt, stellt meistens fest, dass zwei oder drei Faktoren für den Großteil der Schübe verantwortlich sind. Bei Ernst waren Rotwein und Chili die größten – und die hatte er nie mit der Haut in Verbindung gebracht. Was genau bei dir eine Rolle spielt, kann nur ein Arztgespräch und ein genaues Beobachten des eigenen Körpers zeigen.
Warum ist mineralischer Sonnenschutz bei Rosazea möglicherweise besser?
Was ich dazu gelesen habe: Chemische Sonnenschutzfilter absorbieren UV-Strahlung und wandeln sie in der Haut in Wärme um – das könnte bei sehr empfindlicher Haut zusätzliche Reizungen auslösen. Mineralische Filter wie Zinkoxid sitzen auf der Hautoberfläche und reflektieren UV-Strahlen physikalisch. Ob das bei Rosazea tatsächlich einen klinisch relevanten Unterschied macht, kann ich nicht beurteilen. Was ich beurteilen kann: Ernst trägt den mineralischen Clinique Sonnenschutz täglich, weil er nicht das Gefühl hat, dass die Haut nicht mehr atmet. Das war bei chemischen Formulierungen nicht der Fall. Und ein Sonnenschutz, den man trägt, ist allemal besser als der beste, der im Schrank bleibt.
Welche Rosazea Ursachen könnten hinter den Pusteln auf der Nase stecken?
Ich bin keine Medizinerin, gebe also nur weiter, was ich in der Fachliteratur gefunden habe: Die Nase ist bei Rosazea laut Forschung überproportional häufig betroffen, weil dort die Talgdrüsendichte besonders hoch ist und die exponierte Lage mehr UV-Strahlung abbekommt. Beide Rosazea Ursachen spielen zusammen: Hohe Talgproduktion soll ein günstiges Milieu für Bakterien schaffen, UV-Licht die Cathelicidin-Produktion ankurbeln. Das Ergebnis wären dann die typischen Papeln und Pusteln auf dem Nasenrücken. Bei Ernst war genau das das auffälligste Symptom. Für eine medizinische Einschätzung bitte unbedingt zur Hautärztin oder zum Hautarzt.
Welche Pflegeprodukte sollte man bei Rosazea lieber meiden?
Das ist etwas, das mir sowohl meine Dermatologin als auch verschiedene Quellen einheitlich bestätigt haben: Alkohol in Pflegeprodukten, Duftstoffe, Menthol, Kampfer und Eukalyptus reizen die Hautbarriere und werden für Rosazea-Haut nicht empfohlen. Gleiches gilt für aggressive chemische Peelings und mechanische Peelings bei akut entzündeter Haut. Als ich Ernsts bisheriges Duschgel angeschaut habe — das Einzige, was er ans Gesicht ließ – war Alkohol unter den ersten Inhaltsstoffen. Er hat es ersetzt. Ob das allein schon etwas gebracht hat, weiß ich nicht. Aber ich würde es jedenfalls nicht mehr rückgängig machen. Für eine konkrete Produktempfehlung bitte immer beim Dermatologen nachfragen.
Wie lange hat es bei euch gedauert, bis sich etwas verändert hat?
Bei meinem Mann: Nach zwei bis drei Wochen Triggervermeidung waren morgens etwas weniger Pusteln zu sehen. Ab Woche vier, als die Kur und das Serum dazukamen, wurde die Haut merklich ruhiger. Nach drei Monaten war der Unterschied zu Juli wirklich sichtbar. Ob das bei dir genauso läuft, kann ich nicht sagen – jede Haut, jede Rosazea, jeder Mensch ist anders. Was ich dir sagen kann: Wer nach zwei Wochen aufgibt, hat die eigentliche Wirkphase noch nicht erreicht.
Franzi
64 Jahre, Oldenburg | Bloggerin bei franzi-liebt-superfood.de
Franzi ist Bloggerin, keine Medizinerin. Sie schreibt über Ernährung, Gesundheit und das Leben ab 50 — aus eigener Erfahrung, nicht aus dem Lehrbuch. Diesen Artikel hat sie geschrieben, weil sie irgendwann aufgehört hat, die rote Nase ihres Mannes zu übersehen. Wenn sie nicht schreibt oder recherchiert, ist sie auf dem Rad unterwegs oder plant den nächsten Kreta-Trip oder die nächste Wohnmobilreise mit ihrem Mann.
Wissenschaftliche Quellen
1. Yamasaki K, Gallo RL. Rosacea as a disease of cathelicidins and skin innate immunity. J Invest Dermatol Symp Proc. 2009;14(1):12-7. PMID: 19375521
2. Steinhoff M, Schauber J, Leyden JJ. New insights into rosacea pathophysiology: a review of recent findings. J Am Acad Dermatol. 2013;69(6 Suppl 1):S15-26. PMID: 24229632
3. van Zuuren EJ et al. Interventions for rosacea based on the phenotype approach. Br J Dermatol. 2019;181(4):65-79. PMID: 31099394
4. van Zuuren EJ et al. Interventions for rosacea. Cochrane Database Syst Rev. 2015;(4):CD003262. PMID: 25603204
Abschließender Hinweis: Ich bin Bloggerin, keine Medizinerin. Alles in diesem Artikel sind meine persönlichen Beobachtungen und der Versuch, Forschungsliteratur für mich und meine Leserinnen verständlich zusammenzufassen. Es ersetzt keine ärztliche Diagnose und keine medizinische Behandlung. Bei Hautbeschwerden bitte immer zuerst eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen.
